Bleiben oder Job wechseln?

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Überlegst Du Dir vielleicht seit längerem: bleiben oder Job wechseln? Kommst Du nicht mehr weiter und zweifelst, ob Du noch richtig bist? Strengst Du Dich an, machst und tust, es löst bei Deiner Chefin oder Deinem Chef jedoch keine Resonanz aus? Oder noch schlimmer, es wird von Dir erwartet, dass Du Dich noch mehr einbringst? Wenn es Dich beruhigt, da bist Du nicht alleine. Die Wechselbereitschaft ist gross wie nie. Warum das so ist und wie Du für Dich Klarheit gewinnst, das erfährst Du hier.

Bleiben_oder_Job_wechseln

Die Wechselbereitschaft ist gross wie nie

Die kürzlich veröffentlichte Gallup-Studie 2021 bringt leider wieder erschreckende Ergebnisse ans Tageslicht.

Die repräsentative Umfrage in Deutschland zeigt auf, dass:

  • 83% der Mitarbeitenden wenig bis keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen haben
  • 40% beabsichtigen in einem Jahr nicht mehr bei der gleichen Firma beschäftigt zu sein
  • die Burnout-Quote von 26% vor Corona auf 35% gestiegen ist

Diese Zahlen stammen aus dem Gallup Engagement Index. Hier geht es zur Studie. Seit 21 Jahren führt Gallup, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, eine Studie zur Mitarbeiterzufriedenheit durch und erstellt eine Analyse.

Überlegst Du Dir auch gerade, ob Du den Job wechseln solltest oder doch noch bleibst?

Warum bleiben oder Job wechseln?

Wie Du einem Jobwechsel bei Deinen Mitarbeitenden entgegenwirkst und dafür sorgst, dass sie lange in Deinem Team erhalten bleiben, hatte ich in meinen letzten Artikeln beschrieben: Psychologische Sicherheit und Fluktuation senken.

Was aber, wenn Du selbst nicht mehr weiterkommst und zweifelst, ob Du noch richtig bist?

Was, wenn Du Dich anstrengst, machst und tust, es aber bei Deiner Chefin oder Deinem Chef keine Resonanz auslöst?

Oder noch schlimmer, wenn Dir gesagt wird, dass Du Dich mehr einbringen sollst, obwohl Du bereits die Aufgaben fehlender Personen übernommen hast, die Überstunden sich anhäufen und Du nicht mehr weisst, wo Dir der Kopf steht?

Beispiele aus der Praxis

Ich höre in letzter Zeit viele Beispiele von Freunden, Kolleginnen, aber auch Kund:innen, die sich in einer Zwickmühle befinden, weil sie einerseits ihre Arbeitskolleg:innen nicht im Stich lassen wollen, aber auf der anderen Seite keinerlei Wertschätzung erfahren für ihre langjährige Treue, die Extrameile, die sie gegangen sind, usw. Hier reelle Situationen:

  • eine Mitarbeitende aus der Pflege mit Teamleitungsfunktion macht Doppelschichten, auch nach den harten Coronazeiten, weil sie knapp an Personal sind. Sie versucht das Team trotzdem mit Impuls-Einheiten zu motivieren und weiterzuentwickeln. Als es zeitlich nicht mehr aufgeht, fokussiert sie sich auf das operative Tagesgeschäft und stellt die Teamentwicklung hinten an. Im Qualigespräch moniert der Chef, dass sie sich nicht mehr ausreichend um ihr Team kümmert. Als sie anspricht, dass sie das sehr gerne wieder machen möchte, aber die Zeit und qualifizierte Kräfte fehlen, stösst sie beim Chef auf taube Ohren.
  • eine Mitarbeitende arbeitet seit über 10 Jahren am Empfang. Weil eine Kollegin Corona positiv getestet wird und in Quarantäne muss, verzichtet sie auf ihre Ferien und springt ein. Der Chef (seit ca. 6 Monaten im Amt) bedankt sich mit keinem Wort und nimmt es als selbstverständlich hin.
  • ein Mitarbeitender erfährt durch Kunden, dass seine Position im Netz ausgeschrieben ist und fragen ihn, ob er das Unternehmen verlassen will. Der Mitarbeitende weiss von nichts. Es stellt sich heraus, dass der Bereich umstrukturiert werden soll, es wurde aber nicht transparent kommuniziert und mit dem betreffenden Mitarbeitenden besprochen, was das für ihn und seinen Aufgabenbereich bedeutet.
  • eine Mitarbeitende in der Pflege fällt aufgrund Überbelastung für längere Zeit aus. Sie erhält keine Genesungswünsche und niemand erkundigt sich, wie es ihr geht.

Es gäbe noch einige weitere Beispiele, die mir berichtet wurden und es ist nach wie vor erschreckend, dass scheinbar immer noch nicht allen klar ist, dass dieses Verhalten von Vorgesetzten keine Zukunft haben wird.

Martina Miciecki Coaching.Mentoring

Bleiben oder Job wechseln – wie entscheiden?

Was alle Personen aus den Beispielen gemeinsam haben, ist, dass sie sich überlegen, warum sie noch bleiben oder ob sie besser gehen sollten. Als Aussenstehende kann ich natürlich sagen „Ja klar musst Du da weg!“ Die betreffenden Personen sind aber emotional ge- oder verbunden mit dem Betrieb, den Kolleg:innen, den Patient:innen oder Kund:innen. Da ist eine Entscheidung gar nicht so einfach zu fällen.

Welche Kriterien für einen Wechsel sprechen können:

  • Perspektive fehlt: es gibt keine Aufstiegschancen, keine Zukunftsperspektive, das Unternehmen bleibt stehen und entwickelt sich nicht weiter, die oder der Vorgesetzte blockt jegliche Neuerung oder Veränderung ab, Fortbestehen der Firma ist unsicher
  • Gesundheit leidet: dauerhafte Über- oder Unterbelastung, Mobbing, toxische Kolleg:innen, toxische Chefs, fehlende Sicherheitsmassnahmen
  • Wertschätzung fehlt: kein Feedback, kein Lob, keine netten Gesten, kein Dankeschön, Mehrarbeit wird erwartet und nicht belohnt, die Extrameile wird stillschweigend zur Kenntnis genommen
  • Erwartungen sind unrealistisch: Abteilungen werden zusammengelegt ohne Neuverteilung des Arbeitsanfalls oder Anpassung der Teamgrösse, Chef:in ist nie mit dem Ergebnis zufrieden, Mehrarbeit geht immer zu Dir und nie zu anderen, Du sollst immer erreichbar sein 24/7.

Immer noch unsicher, was Du tun sollst?

Bist Du gerade in einer solchen Situation und weisst nicht, ob du bleiben oder den Job wechseln sollst? Dann schreib mir an info@mm-coach.me und buche ein „Should-I-stay-or-should-I-go“-Coaching für mehr Klarheit. Wir schauen gemeinsam, wo Du stehst, wohin Du willst und wie Dein konkreter nächster Schritt aussieht.

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Die Autorin:
Hallo, ich bin Martina, diplomierte Coach und Betriebliche Mentorin FA. Ich zeige ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie souveräner, charismatischer und erfolgreicher ihre Führungsrolle ausüben können. Ich lebe in Frauenfeld (Schweiz), liebe meinen Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwöre auf Poweryoga für meine geistige und körperliche Fitness.

Kategorien: LeadershipTeam

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