6 Erfolgsfaktoren für eine positive Unternehmenskultur

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels buhlen Unternehmen um die Gunst der Mitarbeitenden. Mit Erhöhen der Produktivität und Einsparen von Kosten binden Sie jedoch keine Mitarbeitenden an sich. Ebenso wenig werden Sie Bewerber:innen für sich gewinnen, wenn Sie mit zeitgemässer Entlohnung und modernem Arbeitsplatz werben. Der Weg des Erfolgs führt über eine positive Unternehmenskultur, die nach innen und aussen spürbar ist. Welche 6 Erfolgsfaktoren Sie dafür benötigen, lesen Sie hier.

Erfolgsfaktor_Unternehmenskultur

Nachteile einer mangelnden Unternehmenskultur

Über die Definition einer Unternehmenskultur und die 7 grössten Mythen, die sich immer noch hartnäckig halten, habe ich bereits geschrieben (hier zum Nachlesen). Was ist das Ergebnis davon, dass Unternehmen nicht erkannt haben, der eigenen Kultur mehr Beachtung zu schenken?

  • fehlende Motivation der Mitarbeitenden
  • schlechte Stimmung im Team
  • Klatsch und Tratsch
  • Intrigen
  • Grüppchenbildung gegeneinander anstatt miteinander
  • Egoismus und „Gärtlidenken“ statt Unterstützung
  • Ausgrenzung einzelner Personen
  • schlechte Noten auf Arbeitgeber-Bewertungs-Portalen wie kununu
  • gute Mitarbeitende verlassen das Unternehmen

Vorteile einer positiven Unternehmenskultur

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, kann sich heutzutage eigentlich kein Unternehmen mehr leisten, nicht in die Unternehmenskultur zu investieren und diese positiv und nachhaltig zu entwickeln. Warum? Weil Fachkräfte rar sind und es immer schwieriger wird, die Schlüsselpositionen adäquat zu besetzen. Auf welche essentiellen Faktoren kann eine positive Unternehmenskultur Einfluss nehmen?

  • auf das Image oder die Reputation des Unternehmens
  • auf das Arbeitsklima
  • auf die Mitarbeitermotivation
  • auf die Mitarbeiterbindung
  • auf die Fehlzeiten
  • auf die Fluktuation
  • auf den Erfolg des Unternehmens

Die oben genannten Faktoren wirken sich nachweislich auch auf den finanziellen Erfolg eines Unternehmens aus. Dies hatte eine Studie ergeben. Warum macht es dann nicht jedes Unternehmen?

Zum einen, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen und zum anderen, weil sie es nicht für wichtig erachten. Wenn Sie es nicht für wichtig erachten, kann ich Ihnen auch nicht helfen, ausser zu empfehlen, meinen Blog zu den Themen Unternehmenskultur, toxische Kolleg:innen und toxische Chef:innen zu lesen.

Für alle, die nicht wissen, wie sie es anstellen sollen oder wo sie beginnen könnten, kommen hier die 6 Erfolgsfaktoren.

Die Erfolgsfaktoren einer positiven Unternehmenskultur

Erfolgsfaktor 1: Vision oder Leitbild formulieren

In der Vision oder im Leitbild sollten nicht nur die Unternehmensziele, sondern auch die menschliche Interaktion festgehalten werden. Das Leitbild ist übergeordnet, d.h. es geht nicht um die Interessen einzelner Personen, sondern darum das Unternehmen besser zu machen – nach innen und nach aussen.

Um eine Vision auf Papier zu bringen benötigt es Zeit, Geduld, Menschen aus verschiedenen Hierarchiestufen oder Abteilungen und ggf. einen Coach als Moderator für den Prozess.

Möchten Sie es selbst versuchen, helfen Ihnen folgende Fragen:

  • Was ist unser Vorteil/Nutzen für den Kunden?
  • Was ist uns dabei besonders wichtig?
  • Welche Werte sind uns wichtig?
  • Was ist die Kernkompetenz unseres Unternehmens?
  • Warum schätzen unsere Kunden unser Unternehmen oder unsere Dienstleistungen?
  • Was macht uns einzigartig?
  • Was erfüllt uns am meisten bei der Arbeit?
  • Wie wollen wir unsere Mitarbeitenden führen oder einbeziehen?
  • Wie gehen wir mit Fehlern um?

Erfolgsfaktor 2: Vision oder Leitbild kommunizieren

Sie haben nun in verschiedenen Teams Ideen produziert und daraus eine Vision entwickelt. So weit so gut. Bevor Sie nun aber Flyer drucken zum Verteilen an die Mitarbeitenden oder ein Transparent in der Kantine aufhängen, kommunizieren Sie Ihre Vision klar, offen und nachdrücklich an Ihr Team.

Bitten Sie um Rückmeldung, ob direkt oder mit einem Briefkasten für anonyme Vorschläge. Beziehen Sie diese Punkte in Ihre Überlegungen mit ein und überarbeiten Sie ggf. nochmals die Vision oder das Leitbild.

Stellen Sie von Anfang an klar, dass jede und jeder einzelne Mitarbeitende die Vision mitträgt und für ihren bzw. seinen Beitrag zu einer positiven Unternehmenskultur verantwortlich ist.

Dann wäre der richtige Zeitpunkt gekommen, die Vision oder das Leitbild auch visuell umzusetzen und nach innen und/oder aussen sichtbar zu machen (Handout, Webseite, Slogan, Schriftzug, Logo o.ä.)

Erfolgsfaktor 3: Massnahmen definieren

Leiten Sie nun von Ihrer Vision geeignete Massnahmen ab, wie Sie diese in Ihrem Unternehmen oder Team am ehesten erreichen könnten. Diese Massnahmen können sehr unterschiedlich sein:

  • Kreativität fördern
  • Mitarbeitende motivieren
  • Weiterbildungsprogramme eruieren
  • Wissenstransfer sicherstellen
  • Umgang mit Veränderungen lernen
  • Potenziale der Mitarbeitenden nutzen
  • Vertrauen stärken
  • partnerschaftlich führen
  • Spassfaktor erhöhen
  • Sicherheit verstärken
  • usw.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden sich einzubringen und belohnen Sie Ihre engagiertesten Unterstützer:innen.

Erfolgsfaktor 4: Massnahmen umsetzen

Es gibt nichts Schlimmeres, als in einem Workshop, einer Jahreszielplanung, einer Retraite oder einer Mitarbeiterversammlung Massnahmen zu erarbeiten oder zu kommunizieren, die später nicht umgesetzt werden.

Schauen Sie also, dass nach der Kommunikation des Leitbilds und nach dem Definieren der Massnahmen sehr zeitnah die Umsetzung stattfindet. Beginnen Sie mit sichtbaren Aktionen, in die auch andere involviert sind. Damit zeigen Sie, dass Sie es ernst meinen.

Mit sichtbaren Aktionen meine ich: einen Teamevent organisieren (Motivation), ein Bällebad/Rutsche/Tischtennisplatte für den Gemeinschaftsraum kaufen (Spassfaktor), einen Workshop durchführen (Weiterbildung), Schutzbrillen kaufen (Sicherheit) etc.

Und auch hier nicht vergessen: kommunizieren Sie die Umsetzung der Massnahmen kontinuierlich, damit keine Unsicherheit in Bezug auf die neue Ausrichtung aufkommt.

Auch hier können Sie Hilfsmittel zur Verstärkung der gewünschten Ausrichtung nutzen, wie z.B. Führungsgrundsätze als gebundenes Minibuch für alle Kader oder professionelles Onboarding neuer Mitarbeitender für den Wissenstransfer.

Erfolgsfaktor 5: Massnahmen überprüfen

Tauschen Sie sich regelmässig aus, ob die Massnahmen wirken, wo Sie stehen und welche Punkte als nächstes angegangen werden sollten. Dies kann dann auch auf den nächsten Ebenen stattfinden. Denn die Massnahmen sind nicht wirksam, wenn die Schlüsselpersonen im Unternehmen das Leitbild oder die Vision nicht vorleben, mittragen, am Leben erhalten oder hinterfragen.

Nicht ohne Grund gibt es in immer mehr Unternehmen daher Gemeinschaftsbereiche, sog. Office-Spaces, mit kleinen bequemen Sitzgruppen, in denen man sich in ungezwungener und lockerer Atmosphäre treffen und austauschen kann. Die aussergewöhnlichsten Office-Spaces finden Sie hier.

Erfolgsfaktor 6: Durchhaltevermögen zeigen

So wie Sie vermutlich einige Zeit benötigt haben Ihre Vision oder Ihr Leitbild auf Papier zu bringen, so viel Geduld sollten Sie auch mitbringen bei Massnahmen, die Sie nicht als sichtbare Aktion umsetzen können: beispielsweise partnerschaftliche Führung oder Vertrauen stärken oder Potenziale der Mitarbeitenden nutzen.

Das geht nicht von heute auf morgen oder mit einer Schulung. Seien Sie geduldig, bleiben Sie stetig dran, ermutigen Sie sich und andere, dass Sie es schaffen werden, wenn Sie alle an einem Strang ziehen.

Sind Sie auf einem guten Weg zu einer positiven Unternehmenskultur?

Schreiben Sie es mir gerne in den Kommentar!

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: Leadership

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