Warum gute Vorsätze für das neue Jahr vergeudete Zeit sind

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Hand aufs Herz. Wie viele Ihrer guten Vorsätze für das neue Jahr haben Sie in der Vergangenheit erfolgreich durchgehalten? Also ich meine länger als eine Woche, den ganzen Januar oder das erste Quartal? Die gute Nachricht für Sie: Sie können nichts dafür! Die schlechte: es wird auch nächstes Jahr nichts werden, wenn Sie nicht dieses Erfolgsgeheimnis kennen.

Warum machen wir uns gute Vorsätze für das neue Jahr?

Ende Jahr, wenn die stille Zeit kommt, machen wir uns Gedanken über das vergangene Jahr. Wir reflektieren, wie es gelaufen ist und was wir erlebt haben. Und was wir im neuen Jahr verändern wollen. Die eigenen Wünsche und Ziele werden präsenter. Und dann fällt uns plötzlich ein, dass wir total vergessen haben die Vorsätze des vergangenen Jahres umzusetzen. Irgendwie und ein bisschen haben wir ja schon…, aber…nächstes Jahr wird sicher besser.

Welche Vorsätze sind am beliebtesten?

Es gibt gewisse Dauerbrenner, die jedes Jahr auf der Beliebtheitsskala oben sind. Die Reihenfolge ändert sich nach befragter Gruppe, Geschlecht, Alter etc.

Im Grossen und Ganzen entspricht die Aufzählung jedoch den Vorsätzen der vergangenen Jahre von Frau und Herr Schweizer:

  • Gesünder ernähren
  • Mehr Sport treiben
  • Abnehmen/Figur verändern
  • Mehr Zeit mit Familie und mit Freunden verbringen
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Weniger Alkohol trinken
  • Weniger Zeit in den sozialen Medien/im Internet verbringen
  • Sparsamer leben
  • Weniger Stress im Job
  • Ein neues Hobby lernen/ausüben
  • Herausfinden, was ich wirklich will
  • Und vieles mehr

Quellen: statista und intervista

Für 2021 dürfte die Zeit mit Familie und Freunden weiter nach oben rutschen. Die Folgen des Corona-Virus, wie soziale Distanz, Homeoffice und Änderung der gewohnten Abläufe, haben die eine oder den anderen zum Umdenken bewegt. 

Warum halten wir die Vorsätze nicht durch?

Und hier die eingangs erwähnte gute Nachricht:

Wir können nichts dafür!

Unser Gehirn ist daran schuld. Wir benötigen Willensstärke, um durchzuhalten. Willensstärke ist in der Grosshirnrinde angesiedelt, direkt hinter der Stirn. Dieser Gehirnteil ist jedoch nicht nur zuständig für Willensstärke, sondern auch noch für andere Themen: das Kurzzeitgedächtnis, das Fokussieren und das Lösen abstrakter Problemstellungen und vermutlich noch mehr.

Wir greifen nach Schokolade, während wir die Welt retten

Somit wird unser Wille schwach, wenn wir uns gerade mit anderen Themen beschäftigen. Die Disziplin verlässt uns und wir greifen nach der Schokolade, während wir gerade versuchen, die Welt zu retten (ok, das ist etwas übertrieben, aber im Prinzip funktioniert es so). Die Willenskraft stellt sich hinter anderen Themen an.

Insofern Sie sich mit dieser Aussage zufrieden geben, müssen Sie nicht weiterlesen. Sie können es im Zweifelsfall immer auf Ihre Grosshirnrinde schieben, die gerade mit viel Wichtigerem beschäftigt zu sein scheint.

Das Erfolgsgeheimnis für das Durchhalten der guten Vorsätze

  1. Nehmen Sie sich nur einen einzigen Vorsatz vor: also entweder abnehmen oder rauchen aufhören. Weil sonst siehe oben, unser Gehirn wieder überfordert ist. Mit der vollen Konzentration auf ein einziges Ziel wird unser Fokus stärker. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, könnten Sie eine meiner bereits vorgestellten Entscheidungshilfen einsetzen. (Zum Blog geht es hier lang.)

  2. Ziele richtig setzen: versuchen Sie Ihr Ziel so konkret wie möglich zu formulieren. Sie nehmen dafür zuerst das grosse Ziel, das Sie erreichen möchten: hier im Beispiel das Abnehmen. Danach kommen konkretere Unterziele: pro Monat 2 Kilogramm. Bitte hier unbedingt realistisch bleiben, ansonsten wird das nichts! Danach Optionen, wie Sie das erreichen können: ErnährungsberaterIn aufsuchen, jeden Tag 1 Stunde flott spazieren gehen, Zucker um die Hälfte reduzieren etc.

  3. Willenskraft stärken: so gut wie jede Leistungssportlerin und jeder Leistungssportler trainiert heute mit einem Mental Coach. Diese helfen den Sportlern dabei neben dem Körper auch den Geist auf Sieg zu trainieren. Sie können das auch durch ausreichend Schlaf, Toleranz mit sich selbst, wenn es mal nicht so gut läuft und Sie in einem Monat nur 1,5 Kilogramm abgenommen haben, Visualisierung Ihrer Ziele mit Bildern, Kollagen oder Texten, die Sie immer wieder an Ihr Ziel oder Ihren Wunsch erinnern.

  4. Belohnung für stärkere Motivation: vergessen Sie nicht sich ab und an für Ihre Etappenziele zu belohnen. Wenn Sie stur und verbissen Ihren Vorsätzen nachjagen, wird es für Sie und Ihr Umfeld kein Zuckerschlecken. Also belohnen Sie sich, wenn Sie ein Unterziel erreicht haben. Sie haben den ersten Monat 2 Kilogramm abgenommen? Bravo, klopfen Sie sich auf die Schulter und gönnen Sie sich einen Cappuccino beim Café um die Ecke. Oder freuen Sie sich, dass die Hose nicht mehr kneift. Egal wie, freuen Sie sich aktiv und pushen Sie sich damit dran zu bleiben.

  5. Rückschläge einplanen: Überlegen Sie sich bereits vorher, welche Hürden oder Hindernisse auftreten können und wie Sie damit umgehen. Im Beispiel: Zu Hause können Sie kochen, in der Arbeit lockt die Kantine? Überlegen Sie sich, ob Sie vorbereitetes Essen mitnehmen können oder ob Sie aus den angebotenen Speisen das Richtige für Ihre Ernährung wählen können. Der innere Schweinehund hält Sie morgens ans Bett gefesselt? Fragen Sie eine Kollegin oder einen Nachbar, ob Sie nicht morgens zusammen eine Runde spazieren gehen. 

  6. Flexibel bleiben und experimentieren: Hat ein Zwischenziel nicht geklappt, geben Sie nicht gleich auf, sondern probieren Sie es nochmals oder probieren Sie etwas Anderes. Ändern Sie nicht das Ziel, sondern die Methode!

Fazit: gute Vorsätze sind keine vergeudete Zeit, wenn Sie Punkte 1 bis 6 berücksichtigen. Ich bin gespannt, was Sie sich für das Neue Jahr vornehmen und ob es dann endlich klappt. Ich drücke Ihnen die Daumen!

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Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.
Kategorien: Gelassenheit

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