Kritik in Watte packen

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Kritik ist immer so eine Sache. Vermutlich kaum eine Führungskraft spricht gerne Kritik gegenüber seinen Mitarbeitenden aus. Nichts sagen ist aber auch keine Option. Was also tun? Kritik in Watte packen oder so richtig auf den Tisch hauen? Lesen Sie hier weiter und Sie werden es erfahren.

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Teamarbeit ohne Kritik – ein Wunschtraum?

Wenn Sie in einem Team arbeiten, werden Sie unterschiedliche Meinungen haben, weil Sie unterschiedliche Menschen sind. Für Sie als Teamleiter, Abteilungsleiterin oder Leader in anderer Funktion ist es einerseits wichtig, die unterschiedlichen Meinungen einzuholen, aber andererseits auch einen Konsens zu finden, wenn es darum geht, gemeinsam Ziele zu erreichen.

Der Spagat kann manchmal sehr breit sein, denn Sie wollen ja das Engagement Ihrer Mitarbeitenden. Es kann aber nicht jede und jeder machen, was er oder sie will. Wenn Sie ein Team aufgebaut und die Ziele und Rollen klar kommuniziert haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Team weiss, wo es hingeht und was der eigene Beitrag zum grossen Ganzen ist.

Für viele Führungskräfte wäre es der absolute Traum, dass jede und jeder Mitarbeitenden eigenverantwortlich und selbstständig, im Sinne des Unternehmens handelt. Und dass die Führungskraft selbst „nur noch“ mal hier und da vorbeischaut, ob jeder alles hat, was er braucht, und fröhlich pfeifend und zufrieden wieder die nächsten Ziele aufgleist oder neue Ideen entwickelt.

In der Realität klappt es leider nicht immer, dass jede und jeder weiss, wo es hingehen soll, oder aber nicht das macht, was die oder der Vorgesetzte gerade erwartet hätte.

Kritik in Watte packen oder Faust auf den Tisch hauen?

Beides ist nicht die optimale Lösung. Als Führungskraft sollte es Ihr Anliegen sein, dass Sie eine Fehler- und Feedbackkultur in Ihrem Unternehmen oder Ihrem Team aufbauen. Sie können dann bereits frühzeitig in Erfahrung bringen, wenn jemand mit seiner Aufgabe oder Rolle nicht klar kommt, Sie können Konflikte im Team frühzeitig erkennen und angehen.

Sprechen Sie Klartext

Sollte es doch zu einem ernsten Gespräch kommen, seien Sie ehrlich und sprechen Sie Klartext. Bleiben Sie aber ruhig und sachlich, also Faust auf den Tisch hauen ist nicht. Sprechen Sie die bemängelten Punkte an, kommunizieren Sie Ihre Erwartungen an die Person und holen Sie sich von Ihrem Gegenüber die Zusage ab, dass die Person verstanden hat, um was es geht, und dass sie bereit ist sich zu bessern.

Ich habe leider nicht nur einmal einen Chef erlebt, der Kritik nicht offen aussprach, Konflikte ignorierte in der Hoffnung, dass sich alles von alleine regelte. Das war katastrophal, weil keiner wusste, was erwartet wurde und viele ihre Grenze überschritten, weil sie wussten, der Chef sagt eh nichts. Das Ergebnis war Chaos und Durcheinander – und keiner nahm den Chef mehr ernst.

Kritik also nie in Watte packen?

Kritik in Watte zu packen, eignet sich nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn z.B. ein Mitarbeitender eine schwere Zeit durchmacht und psychisch oder physisch gerade nicht auf der Höhe ist. Dann würde ich empfehlen, dass Sie behutsamer vorgehen, aber nichtsdestotrotz Ihre Erwartung klar zum Ausdruck bringen.

Beispielsweise starten Sie, indem Sie Verständnis für die momentane schwierige Situation aufbringen. Sie zeigen danach auf, welche Auswirkungen das Verhalten/der Fehler/die Unkonzentriertheit auf das Team oder das Projekt hat und fragen, wie es Ihr Gegenüber sieht. Danach setzen Sie eine Beobachtungsphase an, während der der Mitarbeitende sich bewähren und Fortschritte zeigen muss. Sofern notwendig, bieten Sie interne oder externe Hilfe an (Betriebspsychologe oder Coach).

Welches Erfolgserlebnis in Zusammenhang mit Kritik konnten Sie für sich verbuchen? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar oder schreiben Sie mir.

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: LeadershipTeam

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