Mutig sein: warum Mut belohnt wird

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Vielleicht denken Sie manchmal: ich und mutig? Das sind zwei Welten, die aufeinander treffen. Nicht mein Ding. Jetzt können Sie natürlich sagen: ich lasse es am besten von vornerein bleiben. Sie könnten aber auch überlegen, ob Sie nicht etwas tun können, was Sie einen Schritt weiter bringt oder sogar zu dem Punkt, an dem Sie feststellen: sooo schlimm war es eigentlich gar nicht. Diese Tipps helfen Ihnen dabei.

Was ist Mut?

Das Wort Mut wird oftmals dann verwendet, wenn Personen ungewöhnliche Dinge sagen oder aussergewöhnliche Taten vollbringen.

Sie springen aus einem Flugzeug mit einem Fallschirm. Sie klettern ohne Seil einen Felsen hoch. Sie kündigen Ihren Job, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben. Sie halten zum ersten Mal eine Rede vor der gesamten Belegschaft.

Sobald Ihnen jemand sagt: „Wow, das hätte ich mich nicht getraut.“ oder „Vor 200 Personen hast Du eine Rede gehalten? Ich wäre gestorben von Angst.“ merken Sie, dass es etwas Besonderes war oder als besonders angesehen wird.

Die Beurteilung, ob etwas als mutig bewertet wird oder nicht, ist also individuell. Je nachdem, ob es Sie Überwindung kostet und Sie es zum ersten Mal machen. Oder ob Sie es schon tausend Mal gemacht haben und für Sie mit keinerlei Anstrengung oder Gefahren verbunden ist.

Was heisst für Sie „mutig sein“?

Ob Sie nun mehr oder weniger mutig sind, hängt also davon ab, wie andere oder Sie selbst eine Situation oder Handlung beurteilen.

Mutig sind Sie,

  • wenn Sie die Fähigkeit besitzen, Ihre Angst zu überwinden
  • wenn Sie bereit sind unpopuläre Entscheidungen zu treffen
  • wenn Sie die Fähigkeit besitzen, eigene oder völlig neue Wege zu gehen
  • wenn Sie zu Ihren Entscheidungen stehen
  • wenn Sie bereit sind an Ihren persönlichen Herausforderungen zu wachsen
  • wenn Sie Ihren persönlichen Wertvorstellungen folgen, auch wenn diese von Ihrem Umfeld als unangemessen angesehen werden
  • und vieles mehr

Als Führungskraft sollten Sie eine gute Portion Mut besitzen. Schliesslich müssen Sie täglich Entscheidungen treffen, die nicht immer allen gefallen können und müssen. Sie müssen als Führungskraft manchmal gegen Widerstände handeln. Sie sollen neben dem wirtschaftlichen Ziel auch die Verantwortung für Ihre Mitarbeitenden übernehmen. Sie sollten ein gutes Selbstvertrauen besitzen, um als gutes Vorbild voran zu gehen und innovativ sollten Sie auch sein. Sie sollten auf Ihr Wissen und Ihr Bauchgefühl vertrauen.

Somit gratuliere ich Ihnen an dieser Stelle bereits für Ihren Mut, Führungskraft zu sein (oder es werden zu wollen). Chapeau!

Sie denken immer noch, dass andere mutiger sind als Sie? Dann sollten Sie dringend meinen Blog lesen zum Thema „Vergleiche stoppen.“ Danach schauen Sie weniger auf andere als zu sich selbst.

Sie möchten mutiger werden – egal, was andere sagen? Dann habe ich tolle Neuigkeiten für Sie:

Mut kann trainiert werden

Ist das nicht eine super Nachricht? Und Sie müssen dafür nicht einmal teure Kurse buchen. Sie benötigen lediglich Geduld, Zuversicht und Selbstvertrauen.

Tipp 1: Fehler als Chance sehen

Viele Führungskräfte haben Angst davor, Fehler zu machen. Sie wälzen diese dann auf Mitarbeitende ab oder versuchen sie zu vertuschen. Sehen Sie Fehler als nicht geglückten Versuch auf dem Weg zum Ziel. Lernen Sie aus den Erfahrungen und probieren Sie es erneut. Oder beziehen Sie Mitarbeitende mit ein, die in diesem Bereich ihre Stärken haben und ermutigen Sie damit andere.

Tipp 2: sich der eigenen Ängste bewusst werden

Ich hatte als Kind Angst vom 5-Meter-Sprungbrett im Freibad zu springen. Ich habe es gemacht. Einmal und nie wieder. Ich habe heute noch Höhenangst, dies hält mich jedoch nicht davon ab, auf den Eiffelturm zu steigen, in die Berge zu gehen oder in einen Kletterpark Höhen zu erklimmen und mich abzuseilen. Wohl ist mir nie dabei, aber ich möchte nicht auf den Ausblick oder den Spassfaktor verzichten. Also nicht viel drüber nachdenken und los. Das Adrenalin und der Stolz hinterher überwiegen dann.

Überlegen Sie sich also, was Ihnen Angst oder Sorge bereitet. Oftmals verknüpfen wir Erinnerungen aus der Vergangenheit mit Gedanken der Gegenwart. Haben Sie sich als Jugendlicher in der Schule beim Vortrag mal verhaspelt und alle haben gelacht? Wollen Sie deshalb heute keine Ansprache vor Ihrem Team halten, weil Sie Angst davor haben, dass Sie sich wieder verhaspeln und alle lachen?

Tipp 3: ermutigen Sie sich

Kommen wir zum Beispiel aus Tipp 2 zurück.

Ihre Angst ist es, dass Sie sich verhaspeln und Ihr Team über Sie lacht? Dann üben Sie in kleinerem Kreis vor der dem Spiegel, der Kamera oder der Familie. Sie werden sehen, Übung macht den Meister! Und selbst wenn Sie sich verhaspeln. Lächeln Sie und gehen Sie drüber weg oder fangen Sie den Satz nochmals an.

Oder schreiben Sie eine Liste, was Sie tun würden, wenn Sie mutiger wären. Sie beginnen die Sätze mit:

„Wenn ich so mutig wäre, wie ich es gerne wäre, dann könnte ich…“

  • weniger Angst vor Fehlern haben
  • eine Ansprache vor der gesamten Belegschaft halten
  • leichter Entscheidungen treffen, die nicht alle gut finden
  • auch mal Nein sagen, wenn mir der Chef wieder neue Aufgaben abgibt
  • meine Mitarbeitenden zielgerichteter führen
  • etc.

Und dann überlegen Sie sich, welchen kleinen ersten Schritt Sie unternehmen möchten, um etwas mutiger zu werden.

Holen Sie sich die kostenlose Liste mit 49 Formulierungen, die Sie als Führungskraft vermeiden sollten

Sie denken immer noch, dass Sie nicht mutig sind?

Nochmals zur Wiederholung: Sie sind Führungskraft und damit mutig genug, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Das reicht Ihnen nicht? Also gut. Dann hier noch ein letzter Bonus-Tipp.

Bonus-Tipp zum „mutig sein“

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier im Querformat und ca. 45 Minuten Zeit. Zeichnen Sie auf dem Papier einen Zeitstrahl vom Start Ihrer Berufskarriere bis heute (Jahreszahlen).

Beginnen Sie ruhig in der Kindheit, wenn Sie bereits als kleiner Knopf aus der Garage heraus Flohmarkt gespielt und Spielsachen oder Trödel vom Dachboden an die Nachbarschaft verhökert haben. Oder später haben Sie Zeitungen ausgetragen oder den Rasen der Umgebung gemäht?

Zeichnen Sie überall dort auf dem Zeitstrahl einen kleinen Strich. Und dann notieren Sie weiter oben, wie mutig Sie in dem Moment waren und warum. Sammeln Sie so alle Ihre mutigen Momente, die zu Ihrem persönlichen Wachstum oder Ihrer Karriere beigetragen haben.

Mut wird belohnt

Wie Sie sehen, wird Mut belohnt. Sonst wären Sie heute nicht, wo Sie sind. Und Sie wären nicht so mutig, weiter an sich zu arbeiten und über sich hinaus zu wachsen.

Ich kann Sie an dieser Stelle daher nur ermutigen, geduldig zu bleiben, an sich zu glauben und zu verstehen, dass Sie nichts verlieren, aber ganz viel gewinnen können, wenn Sie mutig sind.

Als Literatur-Tipp empfehle ich Ihnen zu diesem Thema: „Mut tut gut“ von Theo Schoenaker ISBN: 9783932708152

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: Mindset

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