Mitarbeitergespräche Episode 1: ZuspätkommerInnen und ihre besten Ausreden

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Sie kennen sicherlich auch einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, der oder die einfach immer zu spät kommt. Ob morgens zum Arbeitsbeginn oder zum Meeting, er oder sie erscheint selten pünktlich, hat aber die abenteuerlichsten Ausreden parat. Was tun? Die besten Ausreden und Tipps zur Führung notorischer ZuspätkommerInnen finden Sie hier.

Wie könnte mein Comic aus Ihrer Sicht weitergehen?

Ich bin gespannt auf Ihre kreativen Ideen oder Szenen aus Ihrer erlebten Realität. Schreiben Sie mir an info@mm-coach.me oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

Klar, es kann jedem mal passieren sich zu verspäten. Das ist mir auch schon passiert. Ich kann es jedoch an einer Hand abzählen.

Was aber, wenn beide Hände nicht mehr reichen und es bei KollegInnen oder Mitarbeitenden nicht nur zur Gewohnheit wird zu spät zu kommen, sondern sogar zur Ausnahme wird pünktlich zu sein.

Die Ausreden gehen von lustig über abenteuerlich zu skurril. Viele habe ich selbst gehört, manche von meinen KollegInnen. Hier ein Auszug der besten Ausreden:

Ausrede 1: Verkehrsmittel

Das Auto sprang nicht an, den Bus verpasst, die Bahn hatte Verspätung etc. Sicherlich eine der beliebtesten Ausreden. Kann mal passieren. Wenn es sich häuft, können Sie empfehlen, dass der Wagen in die Reparatur geht, der Mitarbeitende einen Bus früher nimmt oder festlegen, dass bei Zugausfall ein Beleg der Bahngesellschaft vorgelegt wird.

Ausrede 2: Haustiere

Auch immer sehr beliebt sind Ausreden mit Haustieren. Der Hund musste noch gefüttert werden, der Wellensittich war ausgebüchst, die Katze ist in die Toilette gefallen und musste gerettet werden. Egal, was genannt wird, es spielt keine Rolle. Die Mitarbeitende kann anrufen, wenn es einen Notfall gibt. Notfälle passieren aber für gewöhnlich nicht so häufig.

Ausrede 3: Wecker kaputt

Die Nacht war kurz, das Bett ist schön warm. Warum aufstehen? Eine Ausrede muss her: Wecker nicht gehört, Handy leer, Wecker hat nicht geklingelt. Ich weiss nicht, wie oft ich diese Ausrede hören musste.

Ich liess sie einmal oder zweimal gelten, dann musste eine neue Lösung her: neuen Wecker kaufen, sich von Kollegen wecken lassen oder telefonischen Weckruf aufgeben. Das gibt es übrigens immer noch: in der Schweiz 0900 77 + Uhrzeit, also z.B. 0900 77 0730 für 07.30 Uhr für CHF 0.50 pro Weckruf; in Deutschland 11883 anrufen für €1,99/min.

Ausrede 4: Vergesslichkeit

Ach ja, die lieben grauen Zellen haben versagt. Der Mitarbeitende hatte vergessen Milch zu kaufen und musste einkaufen, weil er sonst nicht frühstücken konnte. Die Mitarbeitende hatte vergessen, dass sie heute Frühdienst hat und nicht Spätdienst. Der Mitarbeitende hatte seinen Zutritts-Badge vergessen und musste nochmals nach Hause zurück. Helfen Sie den grauen Zellen auf die Sprünge, indem Ihnen der oder die Mitarbeitende einen Vorschlag bringt.

Ausrede 5: Desorientierung

Tja, was sollen Sie sagen, wenn Sie eine der folgenden Ausreden hören?

Die Mitarbeitende schildert, dass sie am Vorabend feiern war, am anderen Morgen aufwachte und nicht wusste, wo sie war. Ein Mitarbeitender hatte Albträume und musste sich am anderen Morgen erst einmal vom nächtlichen Schrecken erholen. Die Mitarbeitende wusste nicht mehr, wo sie am Vorabend ihr Auto abgestellt hatte und musste am Morgen suchen gehen. „Ach, das Meeting hat schon angefangen? Ich dachte, das wäre erst später.“

Ausrede 6: Technik

Zu spät zum Meeting oder die Abgabefrist verpasst. Hier ein paar gute Ausreden: der Drucker wollte nicht drucken, es kam noch ein wichtiges Telefonat rein, die Maschine wollte nicht, der PC hat sich aufgehängt etc.

Fragen Sie genauer nach, was die Person unternommen hat, um das technische Problem zu lösen. So hören Sie schnell heraus, ob die Ausrede stimmen kann.

Ausrede 7: Skurriles

Diese Ausreden sind fast zu gut und Sie müssen sich das Lachen verkneifen, ob der Kreativität Ihrer Mitarbeitenden.

Zu diese Kategorie zähle ich folgende, die ich im Internet gefunden habe: ein Mitarbeitender brachte als Entschuldigung, dass ein Zebra auf der Autobahn war und das musst erst eingefangen werden. Eine Mitarbeitende wurde von ihrer Astrologin vor einem Unfall auf der Hauptstrasse gewarnt. Daher hatte sie die Nebenstrasse genommen, was 1 Stunde länger dauerte. Weitere absurde Ausreden finden sich hier.

Was tun Sie als Führungskraft, um ZuspätkommerInnen zur Disziplin aufzurufen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten notorischen ZuspätkommerInnen auf die Sprünge zu helfen, wenn es überhand nimmt. Ich empfehle Ihnen wie folgt vorzugehen:

  1. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.
  2. Geben Sie klare Linie und Regeln vor, was Sie oder das Unternehmen unter Pünktlichkeit verstehen.
  3. Starten Sie pünktlich das Meeting, auch wenn jemand fehlt. Sie signalisieren so, dass sie die Unpünktlichkeit nicht gutheissen.
  4. Reagieren Sie sofort und unmissverständlich auf Unpünktlichkeit: “ Herr Mustermann, Sie haben sicher einen guten Grund, warum Sie zu spät sind. Wir besprechen das nach dem Meeting in meinem Büro.“ Sie signalisieren so gegenüber den anderen, dass Sie es nicht tolerieren.
  5. Besprechen Sie unter vier Augen, was der Grund der Verspätung war. Es kann ja tatsächlich ein Notfall gewesen sein. Klären Sie dann, wie es weitergeht im Falle einer Wiederholung. Vermeiden Sie dabei folgende Fehler.
  6. Bleiben Sie konsequent und gehen Sie keine Kompromisse ein. Protokollieren Sie Datum, Zeit und den Inhalt Ihres Gesprächs für das Personaldossier.
  7. Ziehen Sie Konsequenzen. Zu Beginn kann es noch eine kleine „Bestrafung sein“, z.B. wer zu spät zum Meeting kommt, schreibt das Protokoll; wer zu spät zum Dienst erscheint, muss die doppelte Zeit nacharbeiten; Kässeli für ZuspätkommerInnen einrichten(z.B. pro 5 Minuten CHF 2/ € 1. Das Geld wird für einen Mitarbeiteranlass verwendet oder an einen guten Zweck gespendet).
  8. Zeigt alles keine Wirkung, bleibt nur der Weg der Abmahnung. 

Welche war Ihre Top-Ausrede?

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: LeadershipTeam

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