Woran Sie erkennen, dass Sie als Führungskraft gescheitert sind

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

„Ich bin als Führungskraft gescheitert.“ Kaum eine Führungskraft wird dies über sich selbst sagen wollen. Es kommt aber gar nicht selten vor, dass Führungskräfte scheitern. Die Ursachen können unterschiedlicher nicht sein. Woran es liegen kann und warum Scheitern nicht immer schlecht sein muss, erfahren Sie hier.

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Endlich haben Sie die Führungsposition, die Sie sich wünschten. Doch irgendwie läuft es nicht rund. Der Vorgesetzte, der Sie eingestellt hatte, ist nicht zufrieden mit Ihren Ergebnissen und erhöht den Druck. Ihr Team zieht nicht mit und Sie schaffen es nicht, sie abzuholen und zu motivieren. Sie sind frustriert, ratlos, demotiviert. Sie hatten es sich irgendwie anders vorgestellt, irgendwie besser.

Gründe, warum Sie als Führungskraft scheitern können

Falsche Erwartungshaltung

Oftmals scheitert eine Führungskraft, weil die eigenen Erwartungen mit den Erwartungen des Vorgesetzten nicht übereinstimmen. Das ist darauf zurückzuführen, dass im Vorstellungsgespräch oder auch beim Onboarding danach nicht klar darüber gesprochen wurde, welche Rollen und Aufgaben zu erfüllen sind und welche Kompetenzen dafür benötigt werden. Als Konsequenz arbeiten Sie in eine andere Richtung, als es sich Ihr Vorgesetzter vorstellt. Oder Sie erledigen Aufgaben, von denen Sie ausgegangen sind, dass dies eine andere Abteilung übernimmt.

Falsches Selbstbild

Umgekehrt kann es aber auch sein, dass die Führungskraft sich im Vorstellungsgespräch besser verkauft hat, als es der Realität entspricht, und dann an den Anforderungen scheitert. Natürlich will man sich im Vorstellungsgespräch von seiner Schokoladenseite zeigen und die Konkurrenz ausstechen. Da wird das eine oder andere etwas aufgehübscht oder im Hinblick auf die Zukunft bereits als Führungserfolg deklariert. In der Praxis zeigt sich aber sehr schnell, welche Kompetenzen und Stärken Sie wirklich besitzen.

Falsche Einschätzung

Die Führungskraft hat sich über das neue Unternehmen informiert, die Aufgaben und Rollen geklärt. So weit, so gut. Im Tagesgeschäft schätzt die Führungsperson jedoch die Risiken und Rahmenbedingungen falsch ein und setzt falsche Prioritäten. Oftmals kommt das daher, dass Führungskräfte ihre bisherigen Methoden und gewohnten Abläufe auf den neuen Job kopieren wollen. Das funktioniert jedoch in den seltensten Fällen, weil jedes Unternehmen eigenen Regeln folgt. Diese gilt es in den ersten 100 Tagen in Erfahrung zu bringen.

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Falsche Versprechungen

Falsche Versprechungen können auch zum Scheitern führen. Es können Versprechungen des Vorgesetzten sein, die später nicht eingehalten werden. Beispiele: es wurde im Vorstellungsgespräch darüber gesprochen, dass die Führungskraft nach der Probezeit eine Lohnerhöhung erhalten wird. Der Vorgesetzte knüpft diese nun an nicht erreichte Leistungsziele und lehnt ab. Oder der Führungskraft wurden mehr Leute im Team zugesagt, aber nun muss gespart werden. Die Enttäuschung ist dann gross.

Umgekehrt kann es sein, dass die Führungskraft falsche Versprechungen an das Team macht. Dass die Führungskraft sagt, sie kümmere sich um eine Problemstellung, aber es passiert nichts. Oder die Führungskraft prahlt vor dem Team, dass sie es dem Chef zeigen werde und im Meeting ist die gleiche Führungskraft ganz kleinlaut und schiebt im schlimmsten Fall den schwarzen Peter einer oder mehreren Personen im Team zu.

Falsche Führungsstrategie

Die Führungskraft wird aufgrund ihrer Fachkompetenz und Expertise eingestellt, es wird aber zu wenig geprüft, ob diese Person neben dem IQ auch über ausreichenden EQ verfügt.

IQ (Intelligenz Quotient)= kognitive Intelligenz. Diese umfasst Allgemeinbildung, logisches Denken, Analysefähigkeit, Merkfähigkeit, Schnelligkeit und schlussfolgerndes Denken etc.

EQ (Emotionaler Quotient) = emotionale Intelligenz. Darunter versteht man Selbstmanagement, Empathie, Einfühlungsvermögen (in andere Personen hineinversetzen und mitfühlen), Aufbau von Beziehungen, Kommunikationsfähigkeit, Taktgefühl etc.

Das Ergebnis eines mangelnden EQs einer Führungskraft ist es, dass sie ihr Team nicht spürt und folglich beispielsweise nicht stärkenorientiert einsetzt, über- oder unterfordert, entmutigt, übergeht, im schlimmsten Fall manipuliert, schikaniert oder ausnutzt. Oder der Führungskraft schlichtweg egal ist, wie es des Team geht. Daran erkenn Sie eine toxische Führungskraft. Englische Publikationen zum EQ finden Sie hier und hier.

Wie Sie es vermeiden können als Führungskraft zu scheitern

Es gibt also einige Stolperfallen, denen Sie als Führungskraft ausweichen, und Hürden, die Sie nehmen müssen, um nicht zu scheitern. Es ist völlig in Ordnung, dass Sie als Führungskraft auch Fehler machen. Das ist wichtig, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Wenn Sie authentisch bleiben, menschen- und werteorientiert führen, selbstbewusst und empathisch auftreten wollen, dann sollten Sie immer wieder Ihr Führungsverhalten reflektieren und hinterfragen.

Besser geht dies mit einem Coach an Ihrer Seite. Sie können sich auf viele Punkte vorbereiten, um typische Fehler vor Stellenantritt zu besprechen und in den ersten Wochen und Monaten zu vermeiden.

Sollten Sie unsicher sein oder nicht mehr weiter wissen, können Sie sich mit einem Coach als Sparringspartner neue Impulse holen oder Lösungswege erarbeiten. Ausserdem können Sie mit einem Coach an Ihrem EQ arbeiten. Möglich ist dies beispielsweise in meinem Programm:

Entdeckungsreise Führungskraft

Wollen Sie Ihr Team mit natürlicher Autorität für sich gewinnen und miteinander nicht gegeneinander arbeiten? Wollen Sie empathischer werden oder klarer kommunizieren können? Wollen Sie Ihr Team stärker einbinden und mehr Verantwortung übertragen? Möchten Sie Ihre Vorgesetzten und Ihr Team nicht nur mit Fachkompetenz, sondern auch mit emotionaler Intelligenz überzeugen? Dann kommen Sie in meine Führungskräfte Akademie online und gehen Sie auf Entdeckungsreise – mit mir als Guide an Ihrer Seite.

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: LeadershipMindset

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