Nachhaltige Führung – Sustainable Leadership

Veröffentlicht von Martina Miciecki am

Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an nachhaltige Führung denken? Themen wie Abfalltrennung, Strom oder Wasser sparen? Oder Mitarbeitende motivieren und wertschätzen, damit sie länger im Unternehmen bleiben? Was nachhaltige Führung bedeutet und wie Sie Ihre Führungsarbeit nachhaltig gestalten können, lesen Sie hier.
Nachhaltige Führung - Sustainable Leadership

In den letzten Wochen bin ich immer wieder mal über den Begriff Sustainable Leadership oder Sustainable Leader gestolpert. Nachhaltigkeit hatte ich vor allem auf ökologische Aspekte bezogen und war irritiert, wie das mit Führung zusammengehen soll. Das hat mich neugierig gemacht, ich habe recherchiert und mich eingelesen.

Definition Nachhaltigkeit

Bei Nachhaltigkeit denkt man vor allem an die Klimaerwärmung und deren Auswirkungen. Diese ist stärker ins Bewusstsein gerückt (worden), nicht zuletzt aufgrund von Demonstrationen wie friday for future. Sustainable Leadership (Sustainability = Nachhaltigkeit; Leadership = Führung) geht jedoch viel weiter als der Umweltaspekt. Im Pariser Klimaabkommen und den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen wurden Ziele definiert, die als globale Herausforderung angenommen und durch ein gemeinsames Verhalten und Handeln gelöst werden sollen.

Beim Thema Nachhaltigkeit wird oft von einem 3-Säulen-Modell gesprochen. Das Modell geht davon aus, dass „eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Nur auf diese Weise kann die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden. Die drei Aspekte bedingen dabei einander.“ (Quelle: Wikipedia)

Im Englischen begegnen einem in diesem Zusammenhang die 3 Ps: People, Planet, Profit (dt.: Menschen, Planet, Profit) als Definition für die Basis der Nachhaltigkeit.

Was heisst nachhaltige Führung?

Wer gerne eine nachhaltige Führungskraft, ein sustainable leader, von morgen sein möchte, sollte daher mehr drauf haben als Abfalltrennung, Wasser sparen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Es geht um die eigene Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit, die Vorbildfunktion, um Kompetenzen im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich, aber auch um Verantwortung, die Transformation zu fördern. Und dies zusätzlich zur Fach- und Sozialkompetenz einer Führungskraft.

Wie werden Sie eine nachhaltige Führungskraft?

Damit Sie den Wechsel von einer traditionellen zu einer nachhaltigen Führung schaffen, sollten Sie in diese 4 Bereiche vertiefen:

  1. Persönliche Nachhaltigkeit
    Sie können nach innen und gegen aussen Ihre persönliche Nachhaltigkeit zum Ausdruck bringen. Es geht hier zum einen um Ihre Haltung, Werte und Überzeugungen in Bezug auf Nachhaltigkeit. Achtsamer Umgang mit den Ressourcen, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, ethische Einstellung oder Bereitschaft sich im Bereich Nachhaltigkeit weiterzubilden. Gegen aussen heisst das, dass Sie Vorbild sind, Sie beruflich wie privat nachhaltig denken und agieren, sich für andere einsetzen und damit zum Gemeinwohl beitragen, sich mit anderen Personen vernetzen, um nachhaltige Lösungen zu verbreiten oder neue Impulse erhalten.

  2. Soziale Nachhaltigkeit
    In vielen global agierenden Unternehmen gibt es inzwischen Governance-Abteilungen, die für Transparenz und Vertrauen sorgen und Korruption aufdecken und ausschalten sollen. In der sozialen Nachhaltigkeit geht es zudem um das Vermeiden von Diskriminierung, das Fördern von Diversität und Inklusion, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Für Führungskräfte heisst das aber auch Gleichberechtigung der Mitarbeitenden, Respekt, Wertschätzung, Förderungsprogramme und Mitarbeiterzufriedenheit.

  3. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
    Ziel ist es hier, dass die Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil des Wirtschaftens wird. Das bedeutet, dass Nachhaltigkeit als Managementziel integriert wird oder das der Zweck des Unternehmens aufgrund Nachhaltigkeit definiert wird. Das Verständnis für nachhaltiges Wirtschaften soll gefördert werden, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Für Führungskräfte geht es um das Nutzen von Synergien, das Schaffen von Innovationskraft und der antizyklische Umgang mit Veränderungen.

  4. Ökologische Nachhaltigkeit
    Neben Abfallvermeidung, Mülltrennung und Reduzieren der CO2-Emissionen geht es hier auch um das Schonen der Ressourcen (Wasser, Luft, Boden), Erhalten der Ökosysteme und das Sicherstellen von nachhaltigen Lieferketten. Beispiele: Mehrweg statt Einweg, Reparatur statt Ersetzen, Einkaufen im Laden mit regionalen Produkten statt Online-Shopping in Übersee. Führungskräfte können in Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitenden Projekte starten und die ökologische Nachhaltigkeit verbessern, aber auch Richtung Geschäftsleitung ökologische Nachhaltigkeit anstossen resp. einfordern, dass sich Rahmenbedingungen ändern.

Kann man nachhaltige Führung lernen?

Ja, können Sie. Der (Nachhol-)Bedarf wurde erkannt. Es gibt inzwischen zahlreiche Ausbildungen und Studienrichtungen für „Sustainable Leaders“. Zum Beispiel hier.

Sollten Sie sich weiter einlesen wollen, finden Sie weitere Informationen zum Beispiel hier und hier.

Was ist die Sustainable Leaders Charta?

Auszug aus der Pressemitteilung: Die Schweizer Kader Organisation SKO lanciert die Initiative Sustainable Leaders. Nachhaltigkeit ist heute zwar besser in die Wirtschaft integriert, doch bei der Arbeit von Führungskräften ist sie noch kaum Thema. Daher initiiert die SKO, die führende Kaderorganisation in der Schweiz, ein Programm für einen neuen Standard in nachhaltigem Management. Zur Lancierung des Programms wird eine Charta veröffentlicht. Mit der Unterzeichnung der Charta bekennen sich die Organisationen zu den Zielen und zur Ausrichtung der Aktivitäten der Initiative. Die Charta ist parteipolitisch unabhängig. Unterzeichner*in der Sustainable Leaders Charta verpflichtet sich Ihr Unternehmen, Ziele und spezifische Massnahmen mit Blick auf nachhaltige Führung umzusetzen. Die Unterzeichnung der Charta ist kostenlos.

Wie nachhaltig sind Sie als Führungskraft?

Wenn ich an meine aktive Zeit als Führungskraft zurückdenke, kann ich bestätigen, dass wir in den einen oder anderen Bereichen nachhaltig waren. Verglichen mit den 4 obigen Punkten hätten wir aber durchaus noch Luft nach oben gehabt. Daher denke ich, dass vor allem Punkt 3 essenziell ist. Die Nachhaltigkeit muss omnipräsent sein in den Meetings und Entscheidungen, sonst weicht sie dem Alltag und wird anderen Zielen untergeordnet.

Aktuell können Sie sich von Ihren Mitbewerbern abheben, wenn Sie auf Nachhaltigkeit setzen. Nachhaltigkeit wird je länger je mehr in den Unternehmen Einzug finden, von Kooperationspartnern, Kunden oder weiteren Stakeholdern verlangt werden.

Wie nachhaltig sind Sie oder das Unternehmen, in dem Sie arbeiten?

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Die Autorin:
Martina Miciecki ist staatl. geprüfte Betriebswirtin, Betriebliche Mentorin FA und diplomierte Coach. Sie zeigt ambitionierten Nachwuchskadern und erfahrenen Führungspersönlichkeiten, wie sie motivierter und gelassener ihre Führungsrolle ausüben können. Sie lebt in Frauenfeld (Schweiz), liebt ihren Balkongarten mit Blumen und Gemüse und schwört auf Poweryoga für ihre geistige und körperliche Fitness.


Kategorien: LeadershipNew Work

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